UNSERE GESCHICHTE

Gründung:

24.10.1907

Am 24. Oktober 1907 wurde die Firma Ludwig H.O. Schroeder (HRA 6943) vom Hamburger Kaufmann Herrn Ludwig (ursprünglich Louis) Hugo Otto Schroeder mit Sitz im Hopfensack 6 in Hamburg gegründet. Bereits am 27. Juni 1908 stieß Herr Rudolph Friedrich Hamann, Kaufmann zu Reinbek, als Gesellschafter hinzu, und die Firma wurde am 01. Juli 1908 als Schroeder & Hamann (HRA 6943) mit Sitz im Hopfensack 8 ins Hamburger Handelsregister unter Abteilung A umgetragen. Nach nur knapp fünf Jahren entschieden die beiden Gesellschafter im gütlichen Einvernehmen, getrennte Wege zu gehen. Die beiden Unternehmen firmierten ab dem 15. Januar 1913 separat unter:


a) Ludwig H.O. Schroeder (HRA 17663) in der Großen Reichenstraße 19, Hamburg und

b) Rudolph Hamann (HRA 51068) im Hopfensack 8, Hamburg

LUDWIG OTTO SCHROEDER

Geboren:

04.10.1879

in Hamburg

Nach Beendigung seiner Im- & Export Kaufmannsausbildung bei der Firma Dethlefsen & Balk von 1896 bis 1899 und der anschließenden Tätigkeit als Disponent im Teehandel bei der Firma J.Fr. Scheibler & Co. von 1899 bis 1907, entschloss sich Herr L.H.O. Schroeder, fortan selbständig zu arbeiten. Von 1914 bis 1918 diente er als Gefreiter d. R., allerdings im Heimatdienst in Berlin, wo er als Teepreisprüfer eingesetzt wurde. Von 1916 bis 1935 folgte die erneute Selbständigkeit verbunden mit dem Aufbau vieler guter Verbindungen nach Übersee. Herr Schroeder wurde am 21. April 1917 Gründungsmitglied des Deutschen Teeverbandes. Ab 1935 bis 1945 arbeitete er erneut als Teepreisprüfer für die Überwachungsstelle für Gartenbauerzeugnisse, Getränke und sonstige Lebensmittel in Berlin.


In erster Ehe war Herr L.H.O. Schroeder mit Frau Anna Schroeder geb. Krüger (1882 – 1950) verheiratet, aus dieser Ehe entstammt die Tochter Anneliese (verh. Brandmann 1910 – 1974). Dieser Bund wurde geschieden und Herr Schroeder heiratete später Frau Dorothea Schroeder geb. Dannenberg (1894 – 1956). Als politisch Unbelasteter wurde Herr Ludwig Hugo Otto Schroeder am 22. September 1945 auf Veranlassung der Militärregierung in das Amt des Bürgermeisters und später des Gemeindedirektors der Gemeinde Ahrensburg berufen.


Die Tätigkeit als selbständiger Teemakler in obiger Firma führte er bis zu seinem Tod am 09. Mai 1950 nebenbei fort. Seine Witwe Margaretha Elise Helene Dorothea Schroeder übernahm das Unternehmen bis zum Einstieg von Herrn Alexander (Alec) Gustav Siemssen am 04. September 1950 (und Umfirmierung in eine neue Kommanditgesellschaft) allein und blieb auch danach der Firma für weitere sechs Jahre bis zu ihrem Tod als Kommanditistin erhalten.

img923 (19).jpg

RUDOLF FRIEDRICH HAMANN

Geboren:

ca. 1873

in Hamburg

Leider haben wir über Herrn R. F. Hamann wenig gesicherte Information. Es scheint bestätigt, dass er zusammen mit Herrn L.H.O. Schroeder als angestellter Im- & Exportkaufmann bei der Firma J.Fr. Scheibler & Co. bis 1907 beschäftigt war, dem Zeitpunkt seines Eintritts bei Schroeder & Hamann (HRA 6943). Am 10. Juli 1909 ehelichte er Frau Edit Tonÿ geb. Starckjohann in Hamburg. Nach den vorliegenden Unterlagen hat Herr Hamann, ursprünglich wohnhaft in der Reinhardtallee in Wentorf, im Jahre 1911 die Villa Am Haidberg 14, 21465 Wentorf bei Hamburg gekauft, welche allerdings bereits im Jahre 1920 von der Familie Ernst Otto Rautenberg übernommen wurde.


Es ist erwähnenswert, dass Herr R. F. Hamann Herrn Johann Hinrich gen. Hans Kryck mit Wirkung vom 08. Dezember 1913 bis zu seinem Ausscheiden per 02. Januar 1928 Einzelprokura erteilte. Dieser Hans Kryck agierte, im Auftrage der Firma Rudolph Hamann, am 21. April 1917 in Kassel als Gründungsmitglied des Deutschen Teeverbandes. Nach Herrn Hamanns frühem Tod am 05. Juli 1928 im Krankenhaus St. Adolf-Stift in Reinbek, aufgrund einer Thrombophilie, übernahmen seine Witwe Edith Tonÿ Hamann geb. Starckjohann zu Wentorf bei Reinbek und der ehemalige Gesamtprokurist der Firma, Herr Max Heinrich Lambrecht zu Altona, die nunmehr offene Handelsgesellschaft.

ALEXANDER GUSTAV SIEMSSEN

Geboren:

20.06.1914

in Fuzhou

Die Hamburger Familie Siemssen hat eine lange Handelstradition und eine tief verankerte Beziehung nach Fernost, besonders nach China. Der Urgroßonkel von Alec Siemssen, Georg Theodor Siemssen (geb. 1816 als Sohn eines Weinhändlers in Hamburg), ging im Jahre 1836 nach Batavia (heutiges Jakarta) als Prokurist seiner Lehrfirma in Hamburg, der T.E. Vidal & Co.. Im Jahre 1846 gründete er seine eigene Firma Siemssen & Co in Kanton (heute Guangzhou) als drittes deutsches und erstes Hamburger Unternehmen in China. Es folgten weitere Gründungen in Hong Kong (1855), Shanghai (1856), Hamburg (1859) und Foochow/Fuzhou (1860).


Die Jahre 1856 bis 1860 (Beginn der Unruhen in China bis hin zum Ende des zweiten Opiumkrieges) waren auch für die Familie Siemssen keine leichten Jahre. Ab ca. 1860 befasste man sich mit dem Handel von Tee und erwarb schnell den Ruf als führendes Deutsches Tee Haus in China / Hong Kong.


Im Jahre 1865 (am Ende des Sezessionskrieges in den USA) beteiligte sich die Firma Siemssen & Co.  an der Gründung der Hongkong and Shanghai Banking Corp. (HSBC). Sie war bis 1914 stets mit einem Mitglied der Geschäftsleitung im Aufsichtsrat vertreten. Ab 1886 wurde die Firma Siemssen & Co. ohne Beteiligung der Familie Siemssen, mit Sitzverlegung nach Hamburg, fortgeführt.


Gustav Theodor Siemssen sen., der Großvater von Alec Siemssen, gründete 1885 in Foochow/Fuzhou eine eigene Firma als Tee-Exporteur. Danach folgte die Gründung der Firma Siemssen & Krohn im Jahre 1895, gemeinsam mit seinem Partner Werner Krohn in Fuzhou. Diese Firma etablierte sich zum führenden Unternehmen für den Export von Tee aus China.  Ludwig H. O. Schroeder wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Hamburger Tee Agent für die Firma Siemssen & Krohn.


Im Jahre 1902/3 wurde ein Neffe des Georg Theodor Siemssen, Johannes Ernst Siemssen, Direktor der Germania Brauerei in Tsingtau (Tsingtau Beer). Unser Vorgänger Alec Siemssen wurde am 20. Juni 1914 in Fuzhou geboren. Sein Onkel Gustav Theodor (Theo) Siemssen jun. und sein Vater Frederick (Fred) Werner Siemssen führten die Firma Siemssen & Krohn 1920 nach dem I. Weltkrieg in China fort.  Diese verlegte ihren Hauptsitz im Jahre 1923 nach Shanghai bis zur Enteignung und Auflösung am Ende des II. Weltkrieges im Jahre 1945.


Das Ende des unsäglich grauenhaften II. Weltkrieges traf auch die in China lebenden Mitglieder der Familie Siemssen wirtschaftlich hart. Sie musste nach knapp 100 Jahren wieder nach Deutschland zurückkehren, so auch unser ehemaliger Gesellschafter Gustav Alexander (Alec) Siemssen. Am 04.  September 1950 entschied er sich - in alter Tee-Familientradition - in die, ihm bereits aus der Vergangenheit als guter Geschäftspartner bekannte, Firma Ludwig H.O. Schroeder als Komplementär (siehe L.H.O. Schroeder oben) einzusteigen und erst nach 54 Jahren, im Jahre 2003, altersbedingt auszuscheiden. Herr Alec Siemssen ist am 22. Januar 2008 in Wentorf bei Hamburg verstorben. 

MAX HEINRICH LAMBRECHT

Geboren:

07.07.1896

in Hamburg

Max Lambrecht wurde als Kind des Ehepaars Olga Marie Lambrecht, geb. Riecke (04.08.1870 – 16.01.1952) und Gottfried August Lambrecht, (07.08.1868 – 17.12.1901) geboren. Nach dem Notabitur meldete sich Max Lambrecht sofort zu Beginn des I. Weltkrieges als Kriegsteilnehmer in seiner Heimatstadt Hamburg. Erst mit 20 konnte man zum aktiven Kriegsdienst eingezogen werden (Max Lambrecht war zu der Zeit 17 Jahre alt). Um früher eingezogen werden zu können, bedurfte es der Zustimmung der Eltern. Seine Mutter verweigerte diese Zustimmung, weswegen er sich nach Schwerin begab, wo er zur Kavallerie eingezogen wurde und im Generalstab am Frankreich-Feldzug teilnahm. Gern erzählte er eine Episode aus dem Krieg, in welcher  ihm die Aufgabe zugeteilt worden war, den mecklenburgischen Thronanwärter (vermutlich Adolf Friedrich, Herzog von Mecklenburg, 1873-1969) an die vorderste Frontlinie zu führen.

Max Lambrecht quittierte bei Gründung der Weimarer Republik den Kriegsdienst als Hauptmann der Reserve und emigrierte aufgrund von berechtigten Sicherheitsbedenken in Bezug auf in der Kriegszeit militärisch befohlenen, politisch motivierten Tätigkeiten seinerseits im Jahre 1919 nach Schweden, wo er in einem Stahlkonzern arbeitete. Nach seiner Rückkehr aus Schweden ca. 1927 heiratete er. Aus dieser ersten Ehe gingen zwei Kinder hervor, Ulf und Margret, diese Ehe wurde geschieden. Am 02. Januar 1928 stieg er als Gesamtprokurist in die Firma des Kaufmanns Rudolph Hamann (HRA 51068), Hamburg, ein.

Im Anschluss an den plötzlichen Tod von Herrn Rudolph Friedrich Hamann am 05. Juli 1928 übernahm Herr Max Heinrich Lambrecht Kaufmann zu Altona, das Geschäft zusammen mit der Witwe des Gründers, Frau Edith Tonÿ Hamann geb. Starckjohann zu Wentorf bei Reinbek. Die Firma wurde zu einer offenen Handelsgesellschaft. Mit Wirkung vom 09. April 1936 schied die Witwe Hamann aus und Herr Lambrecht wurde Alleininhaber.

Am 23. Februar 1939 heiratete er die beim Hamburger Wehrmachtskommando als Sekretärin arbeitende Mary-Ann, geb. Hemme in zweiter Ehe. Zu Beginn des II. Weltkrieges wurde Max Lambrecht eingezogen und war im besetzten Frankreich stationiert. Um die Geschäftsaktivitäten fortzuführen, wird seine Ehefrau am 21. November 1939 zur Einzelprokuristin der Firma Rudolph Hamann ernannt.

Nach einer schweren Kopfverletzung durch eine Straßenmine in Frankreich, wurde Max Lambrecht beim Wehrmachtskommando in Hamburg als Verantwortlicher für das Transportwesen eingesetzt. Am 24. Februar 1944 wurde Lars Lambrecht, der Sohn des Ehepaars Lambrecht geboren.

Nach Ende des II. Weltkrieges führte Max Lambrecht die Firma fort, ab dem 15. Oktober 1946 zusammen mit dem neuen Partner Gerhard Lange.

Am 01. Januar 1971 stieg Peter Flägel als Mitinhaber ein und führte die Firma zusammen mit Max Lambrecht bis zu seinem Tod am 18. März 1973 fort. Lars Lambrecht, der Sohn von Max Lambrecht, wollte nicht die Nachfolge antreten und studierte stattdessen Philosophie, Geschichte und Politische Wissenschaften in Basel und Marburg an der Lahn. Peter Flägel übernahm die Firma als Alleininhaber. Lars Lambrecht wurde 1995 Professor für Soziologie am Fachbereich Sozialökonomie, zuletzt an der Universität Hamburg bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2009.

Bei seinem Kommandeur erkundigte er sich, wie „seine Majestät“ denn anzureden sei, dieses in der im besten Plattdeutsch vorgetragenen Begründung: „So wat hebben wi in Hamborch nich“  

Als sie an der Front angekommen waren, meinte der Thronanwärter im Gegenzug:

 „Nu Lambrecht, nu pass’n Se goot op mi op, dat Se mi nich verlesen,

woor Se in Hamborch so wat as mi nich hebben!"

Das schlimmste Verbrechen gegen die arbeitenden Menschen verübt ein Unternehmen, dass keine Profite macht 

(Samuel Gompers (1850 – 1924), US-amerikanischer Gewerkschaftsführer)


Never deprive someone of hope; it might be all they have

(H. Jackson Brown, Jr (geb. 1940), US-amerikanischer Schriftsteller)


Skip one meal a week and give what you would have spent to a street person  (Autor unbekannt)

Am 08. Mai 2020, einen Tag vor seinem 82. Geburtstag, erlag Peter Flägel einem schweren, motorischen Nervenleiden in Seevetal bei Hamburg.

PETER HANS JOACHIM FLÄGEL

Geboren:

09.05.1938

in Hamburg

Peter Flägel wurde als Sohn des Fruchthändlers Friedrich Flägel (1906) und seiner Mutter Olga Flägel, (1899) geb. Kaack, in Hamburg geboren. Seine Eltern schickten ihn während der Kriegszeit, so wie damals üblich, in die „KLV“, Kinderlandverschickung auf einen Bauernhof in Lutzhorn im Kreis Pinneberg. Seine Schulzeit beendete er 1957 im Bismarck Gymnasium in Hamburg Eppendorf mit dem Abitur, gefolgt von der obligatorischen 12-monatigen Wehrpflichtzeit in einem Panzerbataillon bei der erst 1955 gegründeten Bundeswehr.


Von 1958 bis 1960 wurde er zum Kaufmann im Groß- & Außenhandel bei dem Hamburger Tee-Handelshaus Friedrich Wilhelm Lange ausgebildet und bekam den Kaufmannsgehilfenbrief ausgehändigt.
 

1961 erhielt er, sicherlich durch Vermittlung seines Vaters, einen Anstellungsvertrag bei der Hamburger Früchte-Importfirma Willy Bruns & Co. GmbH, diese offerierte ihm eine interessante Führungsposition in Ecuador. Peter Flägel packte seine sieben Sachen und wanderte für ca. 10 Jahre (mit einem kleinen Fernost Intermezzo) in seine neue zweite Heimat, nach Guayaquil/Ecuador, aus. Dort arbeitete er in einem Team, welches für den gesamten Bereich des Bananenhandels der Firma tätig war. 


Die Firma Willy Bruns entsandte ihn 1964 für eine vorab auf wenige Monate begrenzte Zeit nach Tokio/Japan. Peter Flägel kehrte von dort direkt nach Ecuador zurück. 1965 heiratete er Frau Elena Margarita Boloña Guevara in Guayaquil, bereits im gleichen Jahr wurde sein ältester Sohn Stephan ebenda geboren. 1969 folgte die Geburt seines Sohnes Peter Jr., auch in Guayaquil.


Bei einem Besuch in Hamburg im Jahre 1970 traf Peter Flägel zufällig Max Lambrecht, welcher ihm von seiner Lehrzeit bei Friedrich Wilhelm Lange noch bekannt war.  Max Lambrecht bot Peter Flägel die Partnerschaft an. Peter Flägel nahm dieses Angebot an und entschloss sich, nach 10 Jahren in seiner geliebten Wahlheimat, mit seiner Familie in seine Geburtsstadt zurückzukehren. Mit Wirkung vom 01. Januar 1971 wurde er Gesellschafter der Rudolph Hamann (HRA 51068 - eine Kommanditgesellschaft).


Ab dem 18. März 1973 (mit dem schnellen Tod seines Senior Partners Max Lambrecht) übernahm Herr Flägel die Firma allein. 1973 wurde Alberto, der dritte Sohn des Ehepaars Flägel, in Hamburg geboren.


Nach etwas mehr als 61 Jahren (!) erfolgte auf Betreiben von Peter Flägel und Reiner Eberle der erneute Zusammenschluss beider Firmenzweige. Am 01. Mai 1974 entstand die neu gegründete, noch heute aktive offene Handelsgesellschaft Ludwig H.O. Schroeder & Rudolph Hamann (HRA 72944 – wie heute) mit ihren persönlich haftenden Gesellschaftern Alex Siemssen, Peter Flägel und Reiner Eberle. Die Firma Rudolph Hamann wurde entsprechend zum 30. April 1974 aufgelöst.  


Nach ca. 1,5 Jahren gemeinsamer Tätigkeit entschloss sich Peter Flägel, Anfang 1976, auch im Sinne seiner Frau, zur Rückkehr nach Ecuador. Er schied mit Wirkung zum 08. Januar 1976 aus der Firma aus. Letztlich war die Zeit und wohl auch der mögliche Aufgabenbereich in Ecuador nicht so erfreulich wie erhofft und nach einem Telefonat wurden Peter und Reiner sich schnell wieder handelseinig. Es folgt die Rückkehr nach Deutschland und der Wiedereintritt in die Firma Ludwig H.O. Schroeder & Rudolph Hamann in sehr herzlichem Einvernehmen am 01. Januar 1977.

Am 31. Dezember 2004 verließ Peter Flägel auf eigenen Wunsch die Firma Schroeder & Hamann und Marcus Wulf stieg in die nunmehr Schroeder & Hamann oHG ein, welche zusammen mit dem Senior Partner Reiner Eberle fortgeführt wurde.  


In den Jahren 2005 bis 2020 war Peter ein konstanter und gern gesehener Gast in unserem Hause, legendär waren die vorweihnachtlichen Treffen bei einer guten Tasse Tee mit Butter-Christstollen. Soweit möglich nahm Peter auch nach seinem Ausscheiden an vielen offiziellen Veranstaltungen oder Geschäftsessen teil und war stets ein guter Freund, Ratgeber und interessanter Gesprächspartner für seinen Nachfolger und wurde aufgrund der „gemeinsamen theoretischen Sekunde“ am 31. Dezember 2004 gern auch Partner genannt. Nach dem Ausstieg von Peter Flägel fanden wir eine kleine Spruchsammlung in seinem Schreibtisch, drei davon als Auswahl:

REINER EBERLE

Geboren:

13.05.1944

in Würbenthal

Unser sehr verehrter ehemaliger Gesellschafter erblickte kurz vor Kriegsende am 13. Mai 1944 in Würbenthal / Sudentendeutschland (heutiges Vrbno pod Pradědem / Tschechien) das Licht der Welt. Mutter und Kind flohen 1945 nach Bayern und Hessen, 1949 kam es zur Familienzusammenführung mit dem Vater in Hamburg.


Nach Beendigung seiner Schullaufbahn in Barmbek-Nord, begann Reiner Eberle 1960 seine Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann im Tee-Handelshaus Hälssen & Lyon, Hamburg, der Kaufmannsgehilfenbrief datiert auf den 31. März 1963. Reiner Eberle wurde gern in ein festes Anstellungsverhältnis in seinen Ausbildungsbetrieb übernommen und erhielt dort die Ausbildung zum professionellen „Tea-Taster“.

 

Aufgrund der damals obligatorischen Wehrpflicht absolvierte Herr Eberle von 1964 bis 1966 seine Grund- und Wehrpflichtausbildung in Bundeswehrkasernen in Hamburg – Rahlstedt. Im Anschluss an diese Zeit wurde Reiner Eberle 1966 erneut in das Angestelltenverhältnis als Assistenz im Im- & Export bei der Firma Hälssen & Lyon übernommen.
 

In Anerkennung seiner guten Leistungen erteilte der Inhaber Carl Ellerbrock Reiner Eberle Gesamt-Handlungsvollmacht im Jahre 1968. Nach Inhaberwechsel und Übernahme der Firma durch die Söhne des Herrn Carl Ellerbrock erteilten die neuen Eigentümer, Carl-Olav und Horst Jürgen Ellerbrock, Reiner Eberle ab 1970 die Gesamtprokura.  Seine hohe Fachkompetenz führte 1972 zur Eintragung als Tee-Sachverständiger bei der Handelskammer Hamburg.

 

In den Jahren 1968 bis 1973 war Herr Eberle weltweit für seinen Arbeitgeber auf Geschäftsreisen, sowohl für den Einkauf als auch für den Verkauf. Zu seinen häufigsten Reiseländern zählten Italien, Frankreich, Niederlande, England, Republik Irland, Nordirland, Israel, Indien, Sri Lanka, Indonesien und der Iran.

 

1971 heiratete er Frau Monika Eberle, geb. Lockenvitz. Frau Eberle hatte gleichermaßen ihre Lehre zur Groß-und Außenhandelskauffrau bei der Firma Hälssen & Lyon absolviert und dort ihren Kaufmannsgehilfenbrief erhalten. Bereits 1970 verließ sie ihre Lehrfirma und begann ein Anstellungsverhältnis bei der Firma Deutsche Trockenfrucht.

 

Per 01. Januar 1974 akquirierte Herr Alex Siemssen Herrn Reiner Eberle, und dieser trat als persönlich haftender Gesellschafter in die Firma Ludwig H.O. Schroeder (HRA 17663) ein, welche nunmehr als offene Handelsgesellschaft fortgeführt wurde.

 

Bereits im April 1974 kam es zum (erneuten) „Zusammenschluss“ der Firmen Ludwig H.O. Schroeder und der Rudolph Hamann, zur per 01. Mai 1974 neu gegründeten Ludwig H.O. Schroeder & Rudolph Hamann (HRA 72944 – wie heute) anfangs noch ohne Zusatz oHG). Es folgten erfolgreiche und auch erfreuliche Zeiten des Triumvirats Alex Siemssen, Peter Flägel und natürlich Reiner Eberle, die die Firma zu einem bedeutendem Teemakler in Europa aufsteigen ließen. 

 

1978 wurde Patrick, der Sohn des Ehepaars Eberle, in Hamburg geboren. Reiner Eberle war wiederum sehr aktiv, nun für seine eigene Agentur auf Reisen. Die Länder Belgien, Niederlande, England, Indien, Nepal, Bangladesch, Sri Lanka, Singapur, Vietnam, Hongkong und China gehörten zu seinem üblichen Repertoire. Auf diesen Reisen knüpfte er viele enge, wesentliche, geschäftliche sowie persönliche Beziehungen, die sich bis in die heutige Zeit zum großen Nutzen unserer Firma erweisen.  

 

Im Oktober 2004, kurz vor dem Ausstieg seines Freundes und Langzeitpartners Peter Flägel, bot er Herrn Marcus Wulf an, die offene Handelsgesellschaft zukünftig mit ihm gemeinsam fortzuführen. Im Sinne der Kontinuität versprach Reiner Eberle, noch mindestens 3, maximal 6 Jahre als aktiver Partner weiter zur Verfügung zu stehen.

 

Per 31. Dezember 2009 schied Herr Reiner Eberle aus Altersgründen aus der Firma aus, war aber bis Ende 2019 als Berater für die Agentur beschäftigt und ist es de facto weiterhin als Mentor, Ratgeber und väterlicher Freund.

IMG_9287.jpg

MARCUS WULF

Geboren:

09.10.1966

in Hamburg

Der aktuelle persönlich haftende Gesellschafter unserer Firma wurde als drittes Kind der Eheleute Hannelore Wulf, geb. Käßler (1928 – 1998) und Bernd Wulf (1930 – 1998) in der Klinik Hamburg-Finkenau geboren. Seine Schwestern Regine (1955) und Beate (1959) waren bereits deutlich älter.


Bernd Wulf, selbst Teehändler und von 1952 – 1968 bei Hälssen & Lyon, ab 1957 Einzelprokurist und zuletzt als Chef-Tee-Einkäufer beschäftigt, fuhr kein Auto und bat den frisch wieder von Hälssen & Lyon übernommenen Reiner Eberle Anfang Oktober 1966, ihn zu seiner Frau und seinem Sohn in die Klinik zu fahren. Insofern kreuzten sich schon in den ersten Tagen nach der Geburt von Marcus Wulf die Wege mit seinem zukünftigen Senior Partner Reiner Eberle.


Seine Schulzeit verbrachte Marcus Wulf in Hamburg (1973 bis 1983) und in einem Internat in Wersen bei Osnabrück (1983 – 1985) mit dem Abschluss der Höheren Handelsschule, Fachhochschulreife. Bereits 1982, mit 15 Jahren, arrangierte sein Vater einen ca. 2-monatigen Aufenthalt (von Mitte Juni bis August) bei Geschäftsfreunden in Calcutta (heute Kolkata) und auf Teeplantagen in Darjeeling für seinen Sohn allein (der sehr prägend war).


1984 nahm ihn sein Vater auf eine Geschäftsreise nach Singapur, Hong Kong, Macau, Taiwan und zur Messe nach Guangzhou (Kanton-Messe) mit, dort lernte er viele Geschäftspartner des Teehandels kennen. Von 1985 bis 1987 war Marcus Wulf Soldat auf Zeit für 2 Jahre beim 172. Panzergrenadierbataillon in Lübeck Blankensee sowie zur Ausbildung in Reinbek bei Hamburg, in Munster und Wesendorf (beide Niedersachsen). Auch während der Zeit bei der Bundeswehr begleitete Marcus Wulf seinen Vater auf eine Reise nach Indien, für die er bei seinem Hauptmann eine Sondergenehmigung beantragen musste.


Ab Ende 1987 bis Anfang 1988 durchlief er ein Praktikum beim Versandhändlers Paul Schrader & Co. unter Führung der Tee-Ikone Arnd Vollers in Weyhe bei Bremen. Anfang 1988 bis Mitte 1991 absolvierte er seine Ausbildung bei der Merchant-Bank Mees & Hope N.V. (heute MeesPierson, FORTIS-Group) in Hamburg, der zweitältesten Auslandsbank nach der Bank of Tokio in diesem Bundesland. Auch in dieser Zeit besuchte er Indien zusammen mit seinem Vater und allein. Marcus Wulf verließ die Bank nach ca. 3,5 Jahren in der Position eines Junior-Firmenkundenbetreuers (Commodity Trade Finance), um komplett in die väterliche Teehandelsfirma einzusteigen, dessen Hauptgesellschafter er bereits, seit Gründung im Mai 1989, war.


Am 24. August 1991 heirateten Marcus und Sibylle Wulf geb. Dehner in Hamburg. 1992 wurde Marcus Wulf Mit-Geschäftsführer der väterlichen Teehandelsfirma HTH Hamburger Teehandel GmbH Im- & Export, neben Bernd Wulf und Thomas Holz.


Das erste Kind der Eheleute, Gina-Isabel Wulf, wurde am 24. Dezember 1992 in Hamburg geboren.
Das zweite Kind, Miguel Benjamin Wulf, wurde am 26. Dezember 1994 in Hamburg geboren.


1996 verließ Bernd Wulf die Firma HTH Hamburger Teehandel GmbH Im- & Export und Marcus Wulf führt die Firma fortan allein weiter, auch ohne Thomas Holz, der die Firma bereits 1994 verlassen hatte.  

Am 08. Februar 1997 kommt das dritte Kind Ana-Gwendolyn Wulf in Hamburg zur Welt. Beide Eltern von Marcus Wulf sterben 1998 in einem Abstand von nur 10 Wochen. Das vierte Kind, Elena Sophie Wulf, wurde am 05. Februar 2000 in Hamburg geboren.


Am 04. Oktober 2004 kontaktierte Reiner Eberle Marcus Wulf erstmalig und bot ihm im Verlauf diverser weiterer Gespräche die Partnerschaft in seiner Tee Agentur an, da sein langjähriger Partner Peter Flägel die Firma Ludwig H.O. Schroeder & Rudolph Hamann per 31. Dezember 2004 aus Altersgründen verlassen wollte. Im November 2004 wurden sich beide handelseinig, und Marcus Wulf gründete am 09. Dezember die Marcus Wulf Hamburger Handels- & Beteiligungsgesellschaft mbH (HRB 92264), welche vorerst per 31. Dezember 2004 als weitere persönlich haftende Gesellschafterin in die Ludwig H.O. Schroeder & Rudolph Hamann oHG einstieg.


Vom 01. Januar 2005 bis zum 31. Dezember 2009 führten Reiner Eberle und Marcus Wulf die Firma im sehr guten, partnerschaftlichen Einvernehmen gemeinsam fort. Am 16. April 2008 stieg Marcus Wulf zusätzlich als weiterer persönlich haftender Gesellschafter in die Ludwig H.O. Schroeder & Rudolph Hamann oHG ein, so dass es kurzfristig drei pHG‘s gab.


Im Januar 2005 bezogen die Tee-Agentur Ludwig H.O. Schroeder & Rudolph Hamann oHG (HRA 72944) und die Teehandelsfirma HTH Hamburger Teehandel GmbH Im- & Export (HRB 42314) ihre neuen, gemeinsamen Geschäftsräume im Pickhuben 6 (II. OG) in Raumunion.


Reiner Eberle verließ die Firma wunschgemäß im Alter von 65 mit Wirkung vom 31. Dezember 2009, gemäß Handelsregistereintrag am 20. Januar 2010.  Marcus Wulf führt die oHG allein fort.